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Kontakte regional

Auf unserer Karte finden Sie Initiativen und Vereine, mit denen Sie sich vor Ort vernetzen können.

Lagertour

Der Flüchtlingsrat ist regelmäßig auf Lagertour durch Thüringen. Die Berichte unserer einzelnen Besuche finden Sie in unserem Blog.

 

 

 

Help! - Qualifizierung Ehrenamtlicher unter besonderer Berücksichtigung der Situation traumatisierter Flüchtlinge

Das DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. und der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. sind Projektträger des Projektes "Help! - Qualifizierung Ehrenamtlicher unter besonderer Berücksichtigung der Situation traumatisierter Flüchtlinge".

Es ist das Nachfolgeprojekt von " Kompetent für Flüchtlinge! - Qualifizierung von Ehrenamtlichen und MultiplikatorInnen in der Flüchtlingsarbeit". Beide Projekte werden vom Europäischen Flüchtlingsfond gefördert. Ziel des Projektes "Help! Qualifizierung Ehrenamtlicher unter besonderer Berücksichtigung der Situation traumatisierter Flüchtlinge" in der Flüchtlingsarbeit bedarfsgerecht zu qualifizieren und fortzubilden. Indirekt sollen Flüchtlinge und Asylsuchende von der Strukturverbesserung profitieren.

Ein Bestandteil des Projektes ist die erstmalige Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit zum Thema Traumatisierung. Indem es auch aktuelle Fortbildungsangebote für MultiplikatorInnen verschiedener Träger unterbreitet, trägt es zu einer Vernetzung von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen bei, die zu einer strukturellen Verbesserung der Beratungssituation für Flüchtlinge beiträgt.

Das Projekt knüpft an das Projekt "Kompetent für Flüchtlinge!" - Information und Motivation für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe aus dem EFFAntragsjahr 2002 an. In diesem Vorläuferprojekt wurden Ehrenamtliche in ihrer Beratungskompetenz gestärkt und Grundkenntnisse vermittelt. Hierauf baut das neue Projekt "Help! Qualifizierung Ehrenamtlicher unter besonderer Berücksichtigung der Situation traumatisierter Flüchtlinge" auf. Es bezieht die Erfahrungen des Vorläuferprojektes, dessen Auswertung und Evaluation ein.

Das Projekt bezieht sich dabei auf das kooperative Projekt "Infonetz Asyl und Datenbank für FlüchtlingsberaterInnen" von PRO ASYL. Im einzelnen sind folgende Schwerpunkte und Methoden der Zielerreichung vorgesehen:

1. Fortbildung für Ehrenamtliche und MultiplikatorInnen

Die kompetente Beratung von Flüchtlingen und Aslysuchenden bedarf einer ständigen Fortbildung über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Flüchtlingspolitik und des Flüchtlingsrechts.

Der Abbau hauptamtlich getragener Beratungsangebote für Flüchtlinge in Thüringen hat eine Beratungslücke hinterlassen, die teilweise durch engagierte Ehrenamtliche kompensiert werden kann. Diese Ehrenamtlichen benötigen und wünschen Qualifizierungsangebote. Das Tätigkeitsfeld Fortbildung soll drei Schwerpunkte umfassen:

  1. Für Ehrenamtliche, die bereits Erfahrungen in der Flüchtlingsberatung haben, sowie für sonstige, auch hauptamtliche Sozialarbeiter, Betreuer und Behördenmitarbeiter, MultiplikatorInnen aus anderen Vereinen und Verbänden, wird eine Fortbildungsreihe angeboten. Diese besteht aus vier Tagesveranstaltungen, die sich mit spezifischen Fragen der Traumatisierung beschäftigen. Vorgesehen sind folgende Themen:
    1. Traumatisierung Wie erkennen? Was tun?,
    2. Wie erfolgt die Vermittlung zur Diagnose und Behandlung bei Traumatisierungen,
    3. Psychosoziale Hilfen für Traumatisierte,
    4. Rechtliche Auswirkungen von Traumata auf das Asylverfahren.
      Die Themen müssen dem Bedarf entsprechen, weshalb Änderungen im Ergebnis einer fortlaufenden Bedarfsfeststellung und aufgrund aktueller Entwicklungen möglich sind.
  2. Wochenendseminar für ehrenamtliche FlüchtlingshelferInnen Anfang Dezember 2003. Dieses Seminar richtet sich insbesondere an Ehrenamtliche und vermittelt bedarfsorientiert Grundkenntnisse für die Flüchtlingsarbeit.
  3. Drei Fortbildungsveranstaltungen (Halbtagsveranstaltungen) zu aktuellen Fragen des Flüchtlingsrechts, der Rechtsprechung und der Flüchtlingsarbeit. Hierzu werden qualifizierte ReferentInnen, z. B. RechtsanwältInnen, hinzugezogen werden. Diese Veranstaltungen richten sich an Interessierte und aktive und erweitern die Kompetenzen, die für die Beratungsarbeit notwendig sind. Die Themen sind aktuell bedeutsam und werden deshalb jeweils kurzfristig festgelegt.
  4. Regionale Veranstaltungen und Vortragstätigkeit auf Anfrage.

2. Aufbau einer Arbeitsgruppe "Traumatisierte Flüchtlinge in Thüringen"

Aus verschiedenen Bereichen sollen ehren und hauptamtliche Interessierte für eine neu zu gründende Fachgruppe "Traumatisierte Flüchtlinge in Thüringen" gewonnen werden. Insbesondere sollen neben Ehrenamtlichen hierfür auch Sozialarbeiter und betreuer in Gemeinschaftsunterkünften, Behördenmitarbeiter, Ärzte und Kliniken angesprochen werden. Das Ziel der Arbeitsgruppe soll es sein, den Beginn einer Vernetzung von Interessierten zum Thema "Traumatisierte Flüchtlinge in Thüringen" zu versuchen. Ein besonderes Anliegen der Arbeitsgruppe soll es sein, ehren und hauptamtliche Vertreter für psychische Krankheiten und die besondere Situation von Asylsuchenden und Flüchtlingen zu sensibilisieren. Dazu sollen die einzubringenden Vorerfahrungen der Teilnehmenden genutzt werden. Die Mitglieder der neu zu gründenden Fachgruppe sollen an den geplanten Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen und mitwirken. Über dies hinaus sollen bei Bedarf in zeitlichem Zusammenhang mit den Fortbildungsveranstaltungen Treffen der Fachgruppe initiiert werden. Zudem soll die Arbeitsgruppe Kontakt zum neu zu gründenden Thüringer Traumazentrum (ThÜZ) herstellen und halten und sich dort für die Belange von Asylsuchenden und Flüchtlingen einsetzen.

3. Ausbau des schriftlichen Material und Informationsservice

Aufbauend auf das Projekt "Kompetent für Flüchtlinge!?" Information und Motivation für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe (EFFAntrag 2002) entwickelt das Projekt den schriftlichen Material und Informationsservice weiter:

  1. Regionalisierung der Verbreitung des "Infodienst Asyl" von PRO ASYL an Personen und Einrichtungen in Thüringen, die in der Flüchtlingsarbeit und beratung aktiv sind. Die Verbreitung erfolgt an Adressaten, die nicht über einen emailZugang verfügen, per Post. Personen und Einrichtungen, die über email und InternetZugang verfügen, werden über den "Infodienst Asyl" informiert und darauf hingewiesen, daß und wie sie direkt in die MailingListe von PRO ASYL aufgenommen werden können.
  2. Regionalisierung und Systematisierung des Post und emailVerteilers, mit dessen Hilfe Informationen des "Infodienst Asyl" sowie regionale Informationen gezielt an Einrichtungen, haupt und ehrenamtlich Tätige entsprechend ihrer Arbeitsschwerpunkte weitergeleitet werden.
  3. Spezifizierung und Aktualisierung des InternetArchivs auf der Homepage des Flüchtlingsrates und Werbung für die "Datenbank für FlüchtlingsberaterInnen" bei PRO ASYL. Weiterhin sollen die FlüchtlingsratInfos im Netz zur Verfügung gestellt werden und für Thüringen relevante Informationen sollen online aktuell ergänzt werden.

4. Beratung von Ehrenamtlichen

Da bei den Seminaren und Fortbildungen zur Qualifizierung Ehrenamtlicher überwiegend allgemeine und grundlegende Informationen vermittelt werden können, unterstützt das Projekt diese Ehrenamtlichen

  1. in persönlichen Gesprächen
  2. bei telefonischen Anfragen
  3. mit schriftlichen Informationen.

Das Projekt baut auf die bereits im Rahmen des Projektes "Kompetent für Flüchtlinge!" Information und Motivation für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe (EFFAntrag 2002) geleistete Beratung und Qualifizierung Ehrenamtlicher auf und kann daher besonders qualifizierte Ehrenamtliche motivieren, ihrerseits als MultiplikatorInnen tätig zu werden und weitere Ehrenamtliche zu beraten. Das einzelfallbezogene Unterstützungsangebot wird einerseits auf Nachfrage zur Verfügung gestellt. Andererseits soll regelmäßiger Kontakt zu den Ehrenamtlichen gehalten werden, um deutlich zu machen, daß ihnen in problematischen Situationen Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

5 . Supervision

Für Ehrenamtliche und hauptamtliche MultiplikatorInnen ohne Supervisionsangebot wird ein Supervisionsangebot bestehend aus 4 Sitzungen unterbreitet. Die Supervision soll helfen, Konflikte und schwierige Fragen zu klären und so ehrenamtliches Engagement auch langfristig zu ermöglichen.